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Was am 13.3.2011 in Fukushima wirklich geschah

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Sirius123
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Was am 13.3.2011 in Fukushima wirklich geschah

Beitrag von Sirius123 am Mo 16 Dez - 22:08

Fukushima Update 15.Dezember 2013

Bitte nehmen Sie sich Zeit, diesen Beitrag intensiv durchzulesen, drucken Sie ihn aus und verteilen Sie den Artikel in Ihrer Familie und Ihrem Bekanntenkreis.

Die Retter werden zu Todgeweihten

51 Crew-Mitglieder in ihren Mittzwanzigern vom Flugzeugträger USS Ronald Reagan sind mit allen Arten von Krankheiten konfrontiert, die mit der Strahlung vor Fukushima zusammenhängen, als sie im März 2011 dort für Evakuierungseinsätze nach dem schweren Erdbeben und Tsunami tätig waren. Es scheint, als hätte die Meerwasserentsalzung an Bord, die durch das Entfernen von Salz aus dem Meerwasser trinkbares Wasser macht, Schaden genommen. Dieses Wasser wurde sowohl zum Trinken, Kochen, als auch zum Duschen verwendet.

Charles Bonner, der als Anwalt die Matrosen von der USS Ronald Reagan vertritt, sagte: “Die Besatzungsmitglieder haben nicht nur mit Sprüngen vom Schiff in den Ozean Menschen gerettet, sondern haben das Wasser nach dessen Entsalzen auch getrunken und damit gebadet, bis sie schliesslich der Kapitän vor der Strahlung warnte. Der Anwalt fürchtet, die Crew könne aufgrund dieser Strahlung erkrankt sein. Alle leiden unter Schilddrüsenkrebs, Leukämie, rektale und gynäkologische Blutungen – alles Krankheiten, die sie vor diesem Einsatz nicht aufwiesen. Sie werden blind, Piloten mit ausgezeichnetem Sehvermögen haben jetzt Gehirntumore und erblinden. Und es ist nicht einmal drei Jahre her, dass sie dort Leben retteten. Bonner weist darauf hin, dass es sich ausschliesslich um junge Leute handelt, die zwischen 21 und 23 Jahre alt waren und in deren Familien nie solche Krankehieten aufgetreten waren.

Derzeit sind es 51 Seeleute von der USS Ronals Reagan, die als Kläger gegen Tepco vorgehen und ihr Anwalt sagt, er fürchtet, demnächst zwanzig weitere hinzufügen zu müssen, sodass über 70 gegen Tepco zu Felde ziehen. „Die japanische Regierung steckt in einer Verschwörung mit Tepco, um die wahren Fakten zu verstecken und zu verschweigen“, sagt Bonner.

Wir sind die ersten menschlichen Versuchs-Meerschweinchen der Welt

Seit März 2011 hält Shoji Masahiko in Wort und Bild fest, was in und um Fukushima geschehen ist.

Nach den spektakulären Wasserstoff-Explosionen des Kernkraftwerks Fukushima No. 1 ordnete die Regierung eine Reihe von Evakuierungen aus Gebieten in der Nähe der Anlage an. Aber die Evakuierungs-Aufträge beruhten auf der falschen Annahme, dass Sicherheit mit Abstand vom Kraftwerk wächst. In der Tat, wie die Welt inzwischen weiß, haben die damals herrschen Winde in Richtung Nordwest geweht und die Strahlung auch in diese Richtung mitgenommen und einen Großteil davon im Dorf Iitate abgelagert. Wie Shoji-San sagt, waren ca. 2.000 der Evakuierten von Minami-Soma (näher am Kraftwerk als Iiate, aber eher südlich, wohin der Wind nicht wehte) nach Iitate geschickt worden. Kein sicherer Evakuierungsort, da auch Wasser und Lebensmittel dort kontaminiert waren. Erst später sickerte durch, dass aufgrund eines Frühwarnsystems die Windrichtung sehr wohl bekannt war, der Bevölkerung aber nicht mitgeteilt wurde, um Panik zu vermeiden. Das war der erste in einer Reihe von Skandalen um Fukushima

Amerikas Abkehr von der Atomkraft – in ferner Zukunft

Gregory Jaczko, früheres Mitglied des US NRC meint in einem Interview mit IEEE Spectrum, dass sich Amerika von der Atomkraft abwenden wird und glaubt, dass auch der Rest der Welt das tun wird.

Er habe noch nie einen Film gesehen, der in 200 Jahren spielt und der Planet von Kernkraft abhängig ist – das sei keine Zukunftsvision, es sei keine Zukunftstechnik. Es ist eine veraltete Technik, die gute Dienste leistet aber die verliert ihre Gültigkeit, meint er.

Fukushima Diary berichtet, dass Tepco ohne Angabe von Gründen die Anzahl der Arbeiter von 3000 auf 4000 erhöht hat, was auf eine Presse-Anfrage hin jetzt geklärt werden soll. Ab wann gab es diese Erhöhung und aus welchem Grund.

Am 4.Dezember 2013 während eines Kontroll-Besuches der IAEA in Fukushima wurde auch das Problem der ständig steigenden Menge an kontaminiertem Wasser besprochen. Der NRC Obmann Tanaka meinte, es wäre unvermeidlich, es in den Pazifik zu entsorgen. Nachdem – technisch gesehen – Tritium nicht aus dem Wasser entfernbar ist, kann es auch nicht für alle Ewigkeit gelagert werden. Das entwichene Tritium sei hier nicht so hoch, wie in anderen Anlagen und um das Gesamtrisiko zu minimieren, sei das der beste Weg.

Zu dem Schluss kam die japanische Regierung, weil ihrem internationalen Hilfsaufruf vom 25.9. bis 23.10. 780 Rückmeldungen kamen, wovon 182 den Schluss zulassen, dass Tritium nicht aus dem Wasser zu entfernen ist. Dies sei zwar theoretisch möglich, die praktische Umsetzung sei aber mangels vorliegender Technik unmöglich.

Es gibt nur 48 insgesamt Maschinenbediener für das Becken in Reaktor 4. Diese Tepco-Arbeiter heissen „Spezialisten“. Sie sind ausgebildet, speziell um den Brennstoff aus dem Becken in Reaktor 4 zu entfernen. Derzeit arbeiten 12 Spezialisten dort, 36 sind die Reserve (6 Teams arbeiten im Reaktor 4. Von 6 Arbeitern in jeder Mannschaft sind 2 von ihnen diese Spezialisten.) TEPCO muss die Entfernung der Brennstäbe noch 70 Mal wiederholen. Schon jetzt ist das jährliche Strahlunspotential der meisten Arbeiter fast erreicht. Tepco meint, 36 Ersatzleute werden dafür ausreichen.

TEPCO bekommt endlich einen offiziellen Aufräum-Plan

Ziemlich unbemerkt blieb, dass Tepco 29 Monate nach dem Unglück, nämlich im August 2013, einen Aufräum-Plan erhielt.

Was bedeutet das alles? Bis dahin war Tepco weitgehend ohne Plan mit den Aufräumarbeiten in Fukushima Daiichi beschäftigt. Normal nach einer solchen Katstrophe. Dann aber befand Tepco wohl, es müsse alles seine Richtigkeit haben und machte für sich selbst ein Regelwerk von 3.695 (!!!) Seiten. Die wurden aber von der Regierung abgesegnet und das bedeutet, sie sind bindend und ein Abweichen davon kann geahndet werden. Nennt mal so was: Eigentor?

Keine Gemeinde will ein Lager bei sich haben!

Zwei Minister werden am Samstag, dem 14.12.2013 zu Besprechungen mit den Bezirksbehörden kommen, um für Lagerstätten des Dekontaminierungsmaterials zu werben.

Nobuteru Ishihara vom Umweltministerium und Takumi Nemoto vom Wiederaufbauministerium werden mit den Bürgermeistern der Städte Okuma, Futaba, Naraha and Tomioka darüber sprechen. Fukushima liegt zwischen Okuma und Futaba.

Die Bergung der Brennstäbe geht weiter

TEPCO hat eine neue Ladung abgebrannter Brennelemente aus Reaktor 4 geborgen. Nach der ersten Bergung hat Tepco nicht mehr weiter über den Fortgang berichtet und aktualisiert jetzt nur die entsprechende Tepco-Seite. Das geschah zuletzt am 9. Dez. 2013.

NRA hat Treffen für verunreinigtes Wasserproblem seit über einen Monat nicht mehr abgehalten, das letzte Treffen am 12. November wurde abgebrochen. Es gab kein Treffen mehr seit 24. Oktober 2013.

Tepco hat diese Treffen seit August abgehalten, anfangs zwei bis fünf Mal pro Monat. Es gibt bisher auch keinen Termin für ein neues Treffen.

Mehr als 10 Stunden Arbeit am Tag darf nicht mehr sein

Japans Arbeitsüberwachungs-Amt hat 18 Firmen angewiesen, die Überstundenpflicht der Fukushima-Arbeiter zu streichen. Eine Inspektion der Arbeitsstandards in der Präfektur Fukushima gab dies Toshiba und seinen 17 Subunternehmern bekannt. Beamte des Arbeitsamtes bekritteln, dass die Arbeiter gezwungen wurden, längere Schichten als gesetzlich erlaubt, zu arbeiten. Japans Arbeitsrecht-Normen erlauben nur 10 Stunden Arbeit pro Tag wenn es mögliche Gesundheitsrisiken gibt. Dazu gehören maximal 2 Überstunden.

Toshiba und seine Subunternehmer gaben zu, dass Arbeiter von Juli bis Oktober einige Stunden pro Tag länger tätig waren.

Firmensprecher gaben gegenüber NHK zu, sie hätten irrtümlich angenommen, dass Arbeitsvorbereitungszeiten oder Wartezeiten nicht zählten. Nun wären aber entsprechende Korrekturen vorgenommen worden.

Die Japaner fordern den Atom-Ausstieg

Zum ersten Mal wurde von der Stadtregierung in Tamioka eine Petition ins Leben gerufen, die den Wunsch äußert, daß das Kernkraftwerk Daini, 10 km vom Fukushima Daiichi AKW entfernt, ebenfalls endgültig stillgelegt wird. Seit dem Unglück im Daiichi AKW ist Daini abgeschaltet. Dainis Reaktoren 3 und 4 stehen an der Grenze der Stadt Tomioka.

Diese Petition ist eine von vielen im Land, die einen Ausstieg aus der Atomenergie fordern.

In den Städten Fukushimas steigt die Anzahl von Wildschweinen

Man nimmt an, dass es sich um Hybriden von Haus- und Wildschweinen handelt. NHK hat in 11 Gemeinden der Präfektur Fukushima nachgeforscht, aus denen die Bewohner evakuiert wurden und in 5 gaben Beamte an, dass viele Schweine zurück gelassen werden mussten und jetzt ein vermehrtes Auftreten zu beobachten sei. Aus Tomioka gibt es die Meldung von 17 Überfällen der Hybriden in Häuser – wohl wegen Futtermangels. Das Umweltministerium gibt dazu bekannt, dass die Hybrid-Schweine mehr Junge haben, als Wildschweine, die etwa 10 Frischlinge pro Jahr haben. Das Ministerium hat Jäger mit dem Abschuss beauftragt, da Rückkehrwillige vielleicht durch die Schweine von ihrer Absicht heimzukehren, Abstand nehmen.

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(Margaret Mead)



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Re: Was am 13.3.2011 in Fukushima wirklich geschah

Beitrag von kaffeetrinken am Sa 21 Dez - 16:53

tja ist wohl offensichtlich, daß der ganze radioaktive schisselameng letzendlich im ozean versenkt wird, ist ja eh schon alles verseucht, was soll da das bischen gespeichertes wasser oder sogar olle brennelemente den lebewesen im mariannengraben ausmachen...richtig, sind doch keine mehr da...wie praktisch.
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