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Demonstration Aufruf gegen Atomwaffen und Atomkraft

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Demonstration Aufruf gegen Atomwaffen und Atomkraft

Beitrag von Gast am Mi 14 Apr - 8:31

120 Kilometer wollen Atomkraftgegner händchenhaltend von Brunsbüttel bis Krümmel überbrücken. Auch SPD und Grüne machen mit

Steinmeier? Den faß’ ich nicht an, da stell’ ich mich woanders hin«. Mit diesem Kommentar reagierte ein altgedienter Atomkraftgegner aus Norddeutschland am Mittwoch auf die Ankündigung des SPD-Fraktionschefs im Bundestag, auch er werde bei der Menschenkette mitmachen. Die Kette soll die Atomkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel in Schleswig-Holstein verbinden. Zehntausende wollen sich am 24. April auf der rund 120 Kilometer langen Strecke aufstellen. Bereits am 21. April startet im Wendland ein Antiatomtreck durch Norddeutschland in Richtung Krümmel.

Zu der in dieser Größenordnung bislang einzigartigen Protestaktion hat ein breites Bündnis aus Antiatomgruppen, Umweltverbänden, Gewerkschaften und Parteien aufgerufen. Neben der Linkspartei und dem Südschleswigschen Wählerverband auch SPD und Grüne – aus Sicht des AKW-Gegners die Parteien, »die uns den Weiterbetrieb der Reaktoren über Jahre als Ausstieg verkauft haben.« Dabei stellt der 55jährige, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, nicht in Abrede, »daß es bei SPD und Grünen Leute gibt, die ernsthaft gegen Atomkraft sind.« Frank-Walter Steinmeier zähle er aber »eindeutig nicht« dazu.

Die Beteiligung von Parteien an den Demonstrationen sei für manche »durchaus gewöhnungsbedürftig«, räumt Mitorganisator Jochen Stay von der Antiatomorganisation »ausgestrahlt« ein. Bei der Aktion dürften die Parteien auch nicht dominieren und im Sprecherkreis des Bündnisses seien sie nicht vertreten.

In ganz Deutschland wird derzeit für die Menschenkette mobilisiert. In rund 50 Städten wollen örtliche Initiativen am kommenden Samstag mit »Probeketten« für die Aktion werben. Hunderte Busse sind gechartert, Sonderzüge sollen aus Berlin, Dresden, Kassel und Augsburg nach Schleswig-Holstein fahren. »Es ist uns gelungen, die Aktions- und Menschenkette auf eine breite organisatorische Basis zu stellen«, sagt Stay. »Dies zeigt, daß viele Menschen bereit sind, für den Atomausstieg zu kämpfen. Wir gehen von einer Beteiligung Zehntausender Menschen aus.«

Bemerkenswert ist die angekündigte Teilnahme von Gewerkschaften. Der DGB Nord zählt ebenso zu den Aufrufern wie die norddeutschen Verbände von IG Metall und ver.di. Lange Zeit gab es Konflikte zwischen Atomkraftgegnern und Gewerkschaftsleuten, die im Falle der Stillegung von Atomanlagen um ihre Arbeitsplätze fürchteten. Nicht selten beteiligten sich die Arbeitervertreter an Pro-Kernkraft-Kundgebungen. Die IG Metall Küste nimmt wegen der Demo auch interne Konflikte in Kauf. Beschäftigte von Vattenfall protestierten bereits gegen den Kurs ihrer Gewerkschaft.

»Brunsbüttel und Krümmel sind seit mehr als zwei Jahren nicht mehr am Netz«, sagt Christoph Bautz vom Kampagnen-Netzwerk »Campact«, das die Menschenkette ebenfalls unterstützt. »Strom ist trotzdem genügend da. Die Atomkraftwerke und ihre Risiken sind also entbehrlich. Wir gehen auf die Straße, damit die Pannenmeiler für immer abgeschaltet bleiben.«

Neben der Menschenkette soll am 24. April das AKW Biblis umzingelt werden. Eine weitere Demonstration führt an dem Tag zum Zwischenlager Ahaus.

Auch in Biblis wollen am 24. April Tausende gegen Atomkraft protestieren

Die Aktions- und Menschenkette von Brunsbüttel nach Krümmel ist nicht die einzige Großaktion gegen Atomkraft am 24. April. Mit einer Umzingelung des Atomkraftwerks Biblis in Südhessen wollen Gruppen aus dem Süden Deutschlands dem Atomausstieg auf die Beine helfen. Auch zu dieser Demonstration erwarten die Veranstalter– ein Bündnis aus Antiatom­initiativen, Umweltverbänden, Gewerkschaften und Parteien – mehrere tausend Teilnehmer. Ein Sonderzug aus Südwestdeutschland wird allein mehr als 1000 Akw-Gegner nach Biblis bringen.

Der Aktionstag beginnt am frühen Nachmittag mit einer Kundgebung vor dem Atomkraftwerk. Gegen 15 Uhr soll das Gelände umzingelt werden, natürlich darf auch ein werbewirksames »Die-in« (Leute stellen sich massenweise demonstrativ tot) nicht fehlen. Anschließend gibt es noch ein Kulturprogramm und Konzerte.

Die beiden Reaktoren in Biblis zählen zu den ältesten der Republik. Block A ging 1974 ans Netz, Block B folgte zwei Jahre später. Planungen für einen dritten und vierten Reaktorblock mußten nach massiven Protesten aufgegeben werden. Beide Reaktoren sind extrem störanfällig und standen nach teilweise schweren Pannen immer wieder Monate lang still. Nach dem sogenannten Atomkonsens müßte Biblis A in diesem Jahr abgeschaltet werden. Durch Stillstände und Reduzierung der Leistung will der Betreiber RWE den Block aber so lange am Netz lassen, bis die Bundesregierung– voraussichtlich im Herbst – endgültig verlängerte AKW-Laufzeiten beschlossen hat.

»Wir müssen jetzt die Suppe auslöffeln, die uns die SPD-Grünen-Regierung eingebrockt hat«, sagt der Notfallmediziner Michael Wilk vom Arbeitskreis Umwelt Wiesbaden, einer der Organisatoren der Umzingelung. SPD und Grüne hätten mit den Betreibern längere Laufzeiten ausgekungelt, statt die Reaktoren einfach abzuschalten. »Dadurch haben die Energiekonzerne Zeit gewonnen und können jetzt mit der neuen Bundesregierung gemeinsam daran basteln, die Laufzeiten noch weiter auszudehnen.«

Matthias Weyland, Geschäftsführer beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Heidelberg und ebenfalls einer der Sprecher der Aktion ergänzt: »Wir rufen die Bevölkerung auf, die unerträgliche Diskussion der Bundesregierung laut und deutlich zu quittieren. Druck von der Straße scheint die einzige Antwort zu sein, den die nuklearen Geisterfahrer verstehen.«

Auch für den Ausbau der erneuerbaren Energien sind die atompolitischen Pläne der Bundesregierung ein Desaster. Erhard Renz, Initiator der ehemals weltgrößten Aufdach-Solaranlage in Bürstadt, sagte, den Stromkonzernen RWE, EnBW, E.on und Vattenfall würden »Milliardengewinne zugeschustert – auf Kosten von Hunderttausenden Arbeitsplätzen in klein- und mittelständischen Erneuerbare-Energien-Unternehmen.«

Auf große Unterstützung der örtlichen Bevölkerung können die Demonstranten in Biblis kaum zählen. »Biblis lebt vor allem vom AKW«, räumt Wilk ein. »Die Steuerabgaben fließen in die Stadtkasse. Dort haben wir wenig Unterstützung, weil die Leute ökonomisch von RWE abhängig sind.« Außerhalb der Gemeindegrenzen gebe es eine starke Gegnerschaft.

weitere Informationen hier!
und hier zur Biblis Umzingelung !!
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Re: Demonstration Aufruf gegen Atomwaffen und Atomkraft

Beitrag von Gast am Mi 14 Apr - 18:03

Hmm keiner Lust mitzugehen oder ein Statement zu?
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Mrs Who
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Re: Demonstration Aufruf gegen Atomwaffen und Atomkraft

Beitrag von Mrs Who am Mi 14 Apr - 18:09

die erste probekette gab es am we auch hier in berlin. konnte aber leider nicht hingehen. neo war aber da . und wurde laut seiner aussage auch gut besucht dort.
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Re: Demonstration Aufruf gegen Atomwaffen und Atomkraft

Beitrag von Gast am Mi 14 Apr - 18:42

Jop mal sehen ich denke werd mit Arbeitskollegen nach Biblis fahren,auch wenn wir nur zu dritt sind aber ich denke man hat die Chance etwas zu tun und das lass ich nicht so sinnlos verstreichen:-)

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Re: Demonstration Aufruf gegen Atomwaffen und Atomkraft

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